Archiv für November 2019

Pressesammlung 2019

Unter dem Punkt Presse haben wir wieder einige empfehlenswerte Artikel zur Berichterstattung um die Proteste gegen den Naziaufmarsch in Remagen 2019 gesammelt. Die Liste wird weiterhin aktualisiert.

PM: Bewaffnete Neonazis greifen Antifaschist*innen am Bonner Hbf an – Polizei versagt desaströs

Veröffentlicht: 17.11 Zuletzt aktualisiert: 18:11 11:15 Uhr

Am gestrigen Samstag griffen bewaffnete Neonazis am Bonner Hbf gezielt Antifaschist*innen an. Das Bündnis „NS-Verherrlichung stoppen!“ widerspricht der Darstellung einer „Massenschlägerei“ und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Am Abend des 16. November 2019 kam es am Bonner Hbf zu einem körperlichen Angriff von bewaffneten Neonazis auf Antifaschist*innen, welche gerade mit dem Zug von den Protesten gegen einen Naziaufmarsch in Remagen zurückkehrten. Als sich die Türen des ankommenden Zuges öffneten und viele Fahrgäste ausstiegen, griffen die Neonazis beim Einsteigen unvermittelt Menschen an, welche sie als Gegendemonstrant*innen ausmachten. Dabei zogen sie eine Frau in ihre Mitte und prügelten zu viert auf sie ein. Nur durch herbeieilende Gegendemonstrant*innen konnte die Betroffene aus der Situation herausgezogen und gerettet werden. Während anschließend die übrigen Fahrgäste im Zug gewarnt wurden, dass sich gewalttätige Neonazis im Zug befinden und viele Nazigegner*innen daher sicherheitshalber den Zug verließen, versuchten die Neonazis weiter durch eine Tür hindurch Antifaschist*innen zu attackieren. Dabei setzten die Neonazis mitgeführte Waffen – konkret ein Schlagwerkzeug aus Metall, vermutlich ein sog. „Totschläger“ sowie mit Quarzsand gefüllte Lederhandschuhe – ein. Auch ein Feuerlöscher aus dem Zug wurde als Schlagwerkzeug eingesetzt.

Die beteiligten Neonazis können größtenteils dem Duisburger Ableger der Neonazi-Kleinstpartei „Die Rechte“ beziehungsweise dessen Umfeld zugeordnet werden. So führte die Gruppe bei dem Angriff das Transparent von „Die Rechte Duisburg“ mit, welches drei der Angreifer noch wenige Stunden zuvor auf dem Naziaufmarsch in Remagen getragen hatten. Einer dieser drei und Haupttäter der Angreifer war der aus Duisburg-Meiderich stammende Neonazi Thomas Eckleder1, welcher auch das metallene Schlagwerkzeug einsetzte. Der zweite der drei Neonazis vom Duisburger Die Rechte-Transparent ist Adrian Albrecht4, der dritte ist vermutlich Daniel D. Ein ebenfalls zuvor hinter dem Duisburger Transparent laufender Neonazi setzte die vermutlichen Quarzsandhandschuhe ein. Als weitere beteiligte Person konnte bereits Henry Hafenmayer aus Oberhausen2 identifiziert werden, welcher auf der Nazidemo als Redner auftrat und in den ersten Reihen mitlaufen durfte. Am 18.11.2019 muss er sich vor dem Amtsgericht Oberhausen wegen Volksverhetzung verantworten. Zwei weitere Täter konnten als die aus Düsseldorf kommenden Manuel Senk und Dennis Steinbusch3 identifiziert werden. Ein weiterer Täter ist noch nicht identifiziert, lief aber wie die beiden Düsseldorfer auf der Nazidemonstration in den ersten drei Reihen mit. Update: beim bisher unbekannten Neonazis vom Fronttransparent handelt es sich wohl um Robert Göhricke aus dem Raum Osnabrück.5

„Dass Neonazis gewaltsam politische Gegner*innen angreifen, ist leider keine Überraschung!“ sagte dazu Janine Meidner, Pressesprecherin des Bündnisses „NS-Verherrlichung stoppen!“. „Dass die Berichterstattung lediglich von einem „Aneinandergeraten zweier Lager“, statt von gezielten Angriffen durch militante Neonazis spricht, ist nichts anderes als die Verharmlosung rechter Gewalt.“ so Meidner weiter. Wirklich skandalös sei zu dem insbesondere das Fehlverhalten der Polizei. So wurden die Neonazis in Remagen dieses Jahr nicht durchsucht, obwohl dabei die letzten Jahre regelmäßig Waffen gefunden wurden. Zudem beobachtet die Polizei die Abreise der Neonazis und sperrt den Remagener Bahnhof über Stunden für den Gegenprotest, um ein direktes Aufeinandertreffen zu verhindern. Dennoch wusste die Polizei offensichtlich nicht, dass erkennbare Neonazis in Bonn in den Zug einsteigen wollen, in den die Polizei zuvor die Teilnehmer*innen der Gegenveranstaltung gesetzt hatte. „Wir fragen uns, warum die Polizei die Gegendemonstrant*innen mit einer aggressiven Gruppe von Neonazis am Hauptbahnhof alleine gelassen hat? Und warum sie nicht in der Lage war diesen gewalttätigen Angriff zu verhindern? Hier hat die Polizei auf ganzer Linie versagt und so fahrlässig die Gesundheit von Antifaschist*innen riskiert“ so Meidner abschließend.

Fotos des Angriffes:

Neonazi aus Duisburg2 (Daniel D.?), Thomas Eckleder, Henry Hafenmayer
Neonazi aus Duisburg2 (Daniel D.?), Thomas Eckleder, Henry Hafenmayer
Thomas Eckleder vmtl. mit Schlagwerkzeug
Thomas Eckleder vmtl. mit Schlagwerkzeug
Manuel Senk, Thomas Eckleder
Manuel Senk, Thomas Eckleder – beim Verprügeln einer jungen Frau
Dennis Steinbusch
Dennis Steinbusch
Dennis Steinbusch
Dennis Steinbusch
Adrian Albrecht
Adrian Albrecht
Neonazi aus Duisburg 3, mit vmtl. Quarzsandhandschuhen
Neonazi aus Duisburg 3, mit vmtl. Quarzsandhandschuhen
Neonazi aus der 3. Reihe vom Frontbanner
Neonazi aus der 3. Reihe vom Frontbanner

Vergleichsfotos vom Neonaziaufmarsch:

Erste Reihe: Thomas Eckleder (links), Adrian Albrecht (mitte), Neonazi aus Duisburg, vmtl. Daniel D. (rechts)
Erste Reihe: Thomas Eckleder (links), Adrian Albrecht (mitte), Neonazi aus Duisburg, vmtl. Daniel D. (rechts)
Neonazi aus Duisburg 3 (links), Thomas Eckleder (rechts)
Neonazi aus Duisburg 3 (links), Thomas Eckleder (rechts)
Manuel Senk (2.v.l.), Dennis Steinbusch (3.v.l.), Henry Hafenmyer (6.v.l.), Neonazi aus 3. Reihe Fronttransparent (7.v.l.)
Manuel Senk (2.v.l.), Dennis Steinbusch (3.v.l.), Henry Hafenmyer (6.v.l.), Neonazi aus 3. Reihe Fronttransparent (7.v.l.)

Die Bildrechte liegen bei den Fotograf*innen, Abdruck mit Nennung des Bündnis „NS-Verherrlichung stoppen!“ bzw. Björn Kietzmann für die Verwendung zur Berichterstattung über den Naziangriff am Bonner Bahnhof am 16.11.2019 erlaubt.

  1. https://antifabochum.noblogs.org/2018/04/fotos-der-nazikundgebung-am-07-04-18-in-bochum/ [zurück]
  2. Naziseite: https://endederluege.blog/2019/11/15/henry-hafenmayer-erneut-vor-gericht/ [zurück]
  3. https://antifabochum.noblogs.org/2018/04/fotos-der-nazikundgebung-am-07-04-18-in-bochum/ [zurück]
  4. Jahresbericht 2014: Die extreme Rechte in Duisburg: http://remagen.blogsport.de/images/extremeRechteinDuisburg20142 [zurück]
  5. https://twitter.com/afawestfalen/status/1196348452839546880 [zurück]

Kurzbericht Remagen 2019

+++ mehr als 850 Antifaschist*innen setzen mit Blockaden, Demonstration und Kundgebungen klares Zeichen gegen Neonazis und deutschen Opfermythos +++ Naziaufmarsch kann nur verzögert und über Umwege laufen +++ Zahl der Nazis sinkt nochmal auf ca.130

Blockaden & Aktionen


Foto: Björn Kietzmann

Am heutigen 16. November 2019 versammelten sich um halb elf knapp 850 Menschen – u.a. aus NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen & Sachsen vor dem Remagener Bahnhof zur antifaschistischen Demonstration „Kein Ruhiges Remagen! Auf die Straße gegen rechten Terror!“, um gegen den größten regelmäßigen Naziaufmarsch Deutschlands zu protestieren. Gleichzeitig wendete sich die Demonstration gegen den geschichtsrevisionistischen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Während auf der Auftaktkundgebung vor dem Bahnhofsgebäude Antifaschist*innen aus Dresden in einem Redebeitrag eine Parallele zwischen den Opfermythen in Dresden und Remagen zogen, blockierten schon mehrere Aktivist*innen die geplante Aufmarschstrecke der Neonazis: So haben sich in einer Straße einige Menschen in verschiedene Bäume gehangen und in einer anderen Straße zwei Leute angekettet und so verhindert, dass die Neonazis auf die Innenstadtseite von Remagen gelangen konnten. Als dann auch noch eine unbekannte aber übel stinkende Flüssigkeit am Startkundgebungsplatz der Nazis verteilt war, schien der Start des „Trauermarsches“ in weite Zukunft gerückt, da die Flüssigkeit erst durch einen Gefahrgutzug der Feuerwehr in voller ABC-Schutzmontur als Buttersäure identifiziert werden musste.

Als die Nazis dann schließlich mit ca. 2 stündiger Verspätung starteten, folgten jedoch nur noch mehr Probleme. Die offizielle Route war blockiert und sowohl Polizei als auch Nazis trauten sich nicht unter den Kletteraktivist*innen herzugehen, welche „mit Eimern mit unbekanntem Inhalt“ „bewaffnet“ gewesen sein sollen. Als letzte Möglichkeit wählte die Polizei dann die Sperrung der B9 und das Umleiten der Nazis auf diese. Damit mussten die Nazis erneut auf die wohl unpopulärste Route Remagens ausweichen. Doch Antifaschist*innen wollten sich damit nicht zufrieden geben und blockierten an mehreren Stellen den Weg von der B9 zur Schwarzen Madonna, verwehrten den Nazis somit den Platz für ihr „Heldengedenken“ und verzögerten damit den Ablauf des „Trauermarsches“ noch weiter.

Währenddessen zogen die 850 Antifaschist*innen vom Bahnhof zum jüdischen Friedhof, wo es eine Rede zum antisemitischen Terroranschlag in Halle gab. Anschließend ging es weiter in Richtung der FH zur Kundgebung von „Remagen Nazifrei“ mit großer Bühne und Infoständen vieler Parteien und Organisationen. Trotz der aufgrund von Blockaden noch nicht angekommenen Nazis, begann in der Zwischenzeit das Bühnenprogramm mit Konzerten und Reden unterschiedlicher politischer Organisationen. Als die Nazis schließlich ankamen, wurden sie von der Bühne aus mit lautem Punkrock und zahlreichen lauten Parolen empfangen und im Verlauf ihres „Heldengedenkens“ soweit gestört, dass die Anlage der Bühne letztendlich nach Aufforderung durch die Polizei leiser gedreht werden musste. Auch während der Kundgebung an der FH waren diverse Kleingruppen von Antifaschist*innen in Remagen unterwegs und zeigten den Nazis auf und an der Route, dass ihr rechtsterroristisches Kadertreffen keineswegs unwidersprochen stattfinden kann.

Nachdem die Nazis unter massivem Protest in Hör- und Sichtweite ihr „Heldengedenken“ beendeten, zog auch die antifaschistische Demo vorbei am jüdischen Friedhof zurück zum Bahnhof. Mit Parolen und Redebeiträgen wurde sich gezielt an die Bevölkerung Remagens gewandt, in welchen aufgefordert wurde, selber gegen den jährlichen Naziaufmarsch aktiv zu werden. Die Reaktionen der Anwohner*innen fielen dieses Jahr nochmal positiver aus, was eine breitere Zustimmung zur Notwendigkeit unserer Arbeit ausdrückt. Auch dies verdeutlicht, dass die Proteste in Remagen nicht nur notwendig, sondern auch weiterhin sinnvoll und wirksam sind.

Die Nazis


Foto: Björn Kietzmann

Im letzten Jahr sank die Teilnehmer*innen zahl beim „Trauermarsch“ nach einem zweijährigen Hoch wieder deutlich auf knapp 150 Neonazis. Dieses Jahr ging der Abwärtstrend weiter, sodass sich am Ende nur knapp 130 Neonazis in Remagen versammelt hatten. Auch die öffentliche Mobilisierung zum Aufmarsch war dieses Jahr schon nahezu ausgeblieben, was die sinkende Teilnehmer*innenzahl nicht weiter verwunderlich macht. Trotzdem waren auch dieses Jahr wieder viele rechtsterroristische Strukturen beim Aufmarsch dabei, was zeigt, wie vernetzt die lokalen Neonazis weiterhin sind. Das Problem ist also weiterhin nicht die Anzahl, sondern welche Neonazis in Remagen aufmarschieren – nämlich das „who is who“ der rechtsterroristischen Szene in Deutschland.

Fazit


Foto: NS-Verherrlichung stoppen!

Der heutige Tag ist aus antifaschistischer Sicht als voller Erfolg zu werten! So haben die breite Allianz antifaschistischer Gruppen und das Ineinandergreifen der verschiedenen Aktionsformen den Nazis gehörig den Tag versaut. Besonders die vielfältigen Blockaden und dass die Kundgebung von „Remagen Nazifrei“ in direkter Sichtweite zum „Heldengedenken“ der Nazis durchgeführt werden konnte, ist hier positiv hervorzuheben.

Diese positive Entwicklung kann allerdings lediglich ein Anfang sein, auf einem Weg hin zu einer klaren Kritik von nationalsozialistischem und geschichtsrevisionistischem Gedankengut und der perspektivischen Verhinderung des rechtsterroristischen Aufmarsches. Denn der Kampf gegen den Opfermythos Remagen ist noch lange nicht vorbei.

Unser großer Dank gilt den vielen Antifaschist*innen die am heutigen Tag mit uns auf der Straße waren!

Destroy the myth of Remagen.

Info Update zum Naziaufmarsch in Remagen

+++ Stand der Dinge +++ Info-Update +++
Am morgigen Samstag findet die Demonstration der Kampagne „NS-Verherrlichung stoppen!“ gegen den rechtsterroristischen Naziaufmarsch in Remagen statt. Wir wollen euch hiermit über den aktuellen Stand der Dinge aufklären.

Antifaschistische Gegenproteste:

Für unsere Kampagne sind primär drei Veranstaltungen elementar:

10:30 Uhr Demonstration „Kein ruhiges Remagen – Auf die Straße gegen rechten Terror!“
Treffpunkt: Bahnhof Remagen Vorderseite → Richtung Schwarze Madonna / ehm. Rheinwiesenlager, dort Teilnahme an der Kundgebung in Sicht- und Hörweite der Nazikundgebung; anschließend auf derselben Strecke zurück Richtung Bahnhof

11:00 Kundgebung am jüdischen Friedhof
Auch dieses Jahr wird es am jüdischen Friedhof eine dauerhafte Kundgebung geben, die euch als Anlaufpunkt dient. Seit 2015 stellt diese Kundgebung einen Gegenpol zu jeglichem antisemitischen Gedankengut in Remagen dar und verhindert, dass die Nazis ihre Demonstration hier vorbeiführen können. Die Demo wird auf dem Hin- und Rückweg hier vorbei gehen.

13:00 Uhr Konzert „Kein Bock auf Nazis“ im Rahmen der Kundgebung an der sog. „Friedenskapelle“
Dieses Jahr gibt es erstmals eine gemeinsame Kundgebung von Remagen Nazifrei, dem Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie und der Stadt Remagen vor der Kapelle und damit in Sicht- & Hörweite zum Heldengedenken der Nazis. Remagen Nazifrei veranstaltet in diesem Rahmen dort ab 13 Uhr das Konzert– unsere Demonstration geht dorthin und anschließend wieder zurück zum Bahnhof.

Charakter der Demo:

Unsere Auftaktkundgebung findet zeitlich vor der Nazidemo statt. Die Nazis wollen sich um 12:00 Uhr zu ihrer Veranstaltung treffen und planmäßig um 12:30 Uhr los laufen. Vorher werden sie erfahrungsgemäß von der Polizei lange durchsucht. Wir werden die Nazis am Bahnhof „in Empfang nehmen“, erst danach wird sich unsere Demonstration in Bewegung setzen. Wir beabsichtigen eine kämpferische und entschlossene, aber bunte, kreative und spektrenübergreifende Demonstration, welche dem „Trauermarsch“ der Nazis einen klaren Gegenpol entgegensetzen soll. Bitte beachtet dies, kommt in bunt und bringt viele Fahnen, Schilder, Banner etc. mit.

Unsere Demo und die gesamten Proteste werden wieder von vielen verschiedenen Organisationen, Vereinen, Künstler*innen und Parteien unterstützt und beworben. Wir danken euch hier schon einmal für die breite Solidarität und freuen uns auf eine entschlossene und solidarische Demo!

Anreise:

Aus verschiedenen Städten gibt es eine organisierte Anreise. Wir empfehlen euch sehr, diese Anreisen zu nutzen! Die Anfahrt ist so geplant, dass alle Teilnehmer*innen zeitgleich zur Demo ankommen.

Aachen: 8:00 Uhr, HBF vor dem Eingang
Bonn: 9:45 Uhr, HBF, Gleis 3
Koblenz: 9:00 Uhr, HBF vor dem Haupteingang
Köln: 9:15 Uhr, HBF Vorplatz
Mainz: 7:40 Uhr, HBF vor dem Haupteingang

Der Tag:

Am Samstag soll es mit maximal 7 Grad ziemlich kalt werden, Regnen soll es voraussichtlich aber nicht. Nehmt euch dennoch entsprechend (nicht schwarze) Regenjacken, Schals, Mützen, Handschuhe etc. mit – Das Wetter in Remagen hat es meistens in sich…

Achtet auf die Polizei und auf Nazi-Fotografen! Letztere werden von der Polizei regelmäßig bis auf wenige Meter an die Gegenveranstaltungen herangelassen und können dadurch dank polizeilicher Hilfe Gegendemonstrant*innen abfotografieren. Dies wird natürlich durch uns versucht zu unterbinden. Sollten Nazis am Rand fotografieren, ist es nicht nur legitim, sondern auch legal sein Gesicht durch Tücher, Schals etc. zu verdecken.

Die Polizei hat immer wieder gezeigt, dass sie in Rheinland-Pfalz und speziell in Remagen keinen starken Gegenprotest wünscht. Also passt auf euch auf und bleibt zusammen. Weitere Tipps hat die Antifa Remagen verfasst: How to Demo in Remagen

Infos:

Es wird am Tag einen Live Ticker geben, der unter folgender Adresse erreichbar ist: https://twitter.com/NS_stoppen

Die Hashtags des Tages sind: #rmg1611 und #RemagenNazifrei

Außerdem gibt es eine Aktionskarte mit unserer Route, den Kundgebungen, der voraussichtlichen Naziroute und allen weiteren wichtigen Infos, die ihr euch hier schon anschauen könnt, aber am Samstag auch gedruckt verteilt wird:

Ermittlungsausschuss:

Wenn ihr Festnahmen beobachtet oder selbst Probleme haben solltet, ruft den Ermittlungsausschuss (EA) an!

Besetzt ab 8:30 Uhr bis Ende der Aktionen!

Die Nummer des Ermittlungsausschusses: 0152 13 00 50 59

Hinweis: Der EA ist kein Info Telefon! Nutzt hierzu bitte den Live Ticker!

Die Nazis:

Wir hätten es uns kaum ausdenken können, aber die Mobilisierungs“kampagne“ der Nazis läuft dieses Jahr nochmal wesentlich schleppender ab, als im letzten Jahr – Und schon da hatten sie es lediglich geschafft, an zwei ehemaligen Rheinwiesenlagern Grablichter und ein Bild aufzustellen zuvor. Dieses Jahr gab es tatsächlich keinerlei öffentliche Mobilisierung nach Remagen. Das ist selbst in Relation zum Rückgang der letzten Jahre erbärmlich wenig. Und auch in den letzten paar Jahren mussten wir schon verwundert sein, wie weit ihr Anspruch und ihre Wirklichkeit auseinander liegen – wird die Mobilisierung zum Trauermarsch doch weiterhin als „Kampagne“ betitelt.

Auch dieses Jahr läuft die öffentliche Werbung für den Aufmarsch ausschließlich über das Internet. Die Resonanz scheint aber nochmal abgenommen zu haben – zumindest werden die (wenigen) Beiträge dazu von nochmal weniger Menschen und neurechten Seiten verbreitet als letztes Jahr. Und auch da war schon ein deutlicher Rückgang zu erkennen. Nachdem die Teilnehmerzahl nach den zwei „Hochjahren“ 2016 (ca. 200) und 2017 (240) letztes Jahr wieder auf die gewohnten 150 gesunken ist, bleibt abzuwarten, ob sie dieses Jahr wieder mehr Nazis auf die Straße bringen können. So ist das Platzen des „AB Mittelrhein“-Prozesses intern mit Sicherheit ein bekräftigendes Ereignis, die ausbleibende öffentliche Mobilisierung allerdings nicht als kräftiges Signal zu werten. Trotzdem ist der Trauermarsch in Remagen weiterhin der größte regelmäßige Naziaufmarsch Deutschlands.

Um die sinkenden Teilnehmerzahlen zu rechtfertigen wird schon seit einigen Jahren argumentiert, dass nur die „ehrenwerten Kameraden“ nach Remagen kommen und so eine Art „Elite-Veranstaltung“ erschaffen. Dass diese Vorstellung weit an der Realität vorbei geht, ist klar. Nichtsdestotrotz ist der Aufmarsch in Remagen seit jeher ein wichtiger Vernetzungspunkt relevanter Akteur*innen des deutschen Rechtsterrorismus. Darum ist es auch wichtiger, welche Nazis sich dort treffen, und nicht wie viele.

In den vorherigen Jahren mobilisierten rechte Kräfte neben dem Aufmarsch in Remagen zudem noch eine Woche später zu einer Kundgebung am ehemaligen „Rheinwiesenlager“ in Bretzenheim im südlichen Rheinland-Pfalz. Diese ist bisher nicht öffentlich angekündigt, was allerdings nicht heißen muss, dass sie nicht stattfindet. Die Nazis haben diese Gelegenheit immer gerne genutzt, um bei etwas weniger Protest ihre NS-Verherrlichung offen zur Schau zu stellen. stattfinden. Bundesweit mobilisiert der III. Weg zudem, wie auch schon in den letzten Jahren, für denselben Tag zu einem „Trauermarsch“ nach Wunsiedel.

Weitere Veranstaltungen:

Am Tag der Naziaufmarsches finden noch weitere Gegenveranstaltungen im gesamten Stadtgebiet statt:

„Tag der Demokratie“
11:00 Uhr „Friedensgebet“ an der „Friedenskapelle“ (Schwarze Madonna) und anschließende Verhüllung der Kapelle.

ab 12:00 Uhr Kundgebung mit Infoständen und Reden verschiedener Organisationen, Parteien und Initiativen auf dem Gelände vor der Kapelle der „Schwarzen Madonna“ und damit in Sicht- & Hörweite zur Abschlusskundgebung der Nazis. Hier findet auch ab 13:00 Uhr das Konzert „Kein Bock auf Nazis“ statt, an welchem unsere Demonstration teilnimmt.

ab 13:00 Uhr Bühnenprogramm und weitere „Meile der Demokratie“ auf dem Marktplatz

Weitere Infos beim Online-Magazin Aktiplan oder dem Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie

Nehmt am Samstag eure Freund*innen mit und kommt nach Remagen!

Opfermythos Remagen ins Wanken bringen, den Akteur*innen eines rechten Terrorismus gemeinsam, solidarisch und entschlossen entgegentreten!