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Info-Update zum Naziaufmarsch am 14.11.2020

+++ Stand der Dinge +++ Info-Update +++
Am kommenden Samstag, den 14. November findet die Demonstration der Kampagne „NS-Verherrlichung stoppen!“ gegen den rechtsterroristischen Naziaufmarsch in Remagen statt. Wir wollen euch hiermit über den aktuellen Stand der Dinge aufklären.

Antifaschistische Gegenproteste:

Für unsere Kampagne sind primär zwei Veranstaltungen elementar:

10:30 Uhr Demonstration „Antifaschismus heißt, rechte Netzwerke aufzubrechen – in Polizei, Justiz und überall“
Treffpunkt: Bahnhof Remagen Vorderseite → Richtung Schwarze Madonna / ehm. Rheinwiesenlager, dort Kundgebung in Sicht- und Hörweite der Nazikundgebung; auf dem Rückweg gehen wir nicht über die Schillerstrasse am jüdischen Friedhof vorbei, sondern laufen geradeaus auf der Goethestrasse zurück zum Bahnhof.

11:00 Kundgebung am jüdischen Friedhof
Auch dieses Jahr wird es am jüdischen Friedhof eine dauerhafte Kundgebung geben, die euch als Anlaufpunkt dient. Seit 2015 stellt diese Kundgebung einen Gegenpol zu jeglichem antisemitischen Gedankengut in Remagen dar und verhindert, dass die Nazis ihre Demonstration hier vorbeiführen können. Die Demo wird nur auf dem Hinweg hier vorbei gehen.

Charakter der Demo:

Unsere Auftaktkundgebung findet zeitlich vor der Nazidemo statt. Die Nazis wollen sich um 12:00 Uhr auf der Rückseite des Bahnhofs Remagen treffen und planmäßig um 12:30 los laufen. Erfahrungsgemäß werden sie bei ihrer Ankunft von der Polizei durchsucht, was immer wieder auch Verzögerungen verursacht hat. Letztes Jahr hat die Polizei dies allerdings offensichtlich nicht für nötig gehalten, wodurch Neonazis auf der Rückfahrt bewaffnet Gegendemonstrant*innen angreifen konnten. Wir werden die Nazis am Bahnhof „in Empfang nehmen“ und erst danach wird sich unsere Demonstration in Bewegung setzen. Wir beabsichtigen eine kämpferische und entschlossene, aber bunte, kreative und spektrenübergreifende Demonstration, welche dem „Trauermarsch“ der Nazis einen klaren Gegenpol entgegensetzen soll. Bitte beachtet dies, kommt in bunt und bringt viele Fahnen, Schilder, Banner etc. mit.

Als verbindlichen Rahmen der Proteste in Remagen haben wir Ende letzter Woche bereits unseren Aktionskonsens veröffentlicht, welcher helfen soll, die Situation für alle Teilnehmenden transparent und gut einschätzen zu können. Unser Protest richtet sich nicht gegen die Bevölkerung von Remagen, viel mehr wollen wir durch die Demo die Kritik unseres Aufrufs laut und entschlossen, aber vermittelbar zum Ausdruck bringen und in diesen besonderen Zeiten gemeinsam Verantwortung übernehmen. Den gesamten Aktionskonsens könnt ihr hier nachlesen.

Anreise:

Aus verschiedenen Städten gibt es koordinierte Anreisemöglichkeiten. Wir empfehlen euch sehr, diese Anreisen zu eurem eigenen Schutz zu nutzen und nicht eigenständig später zu fahren! Die Anfahrt ist so geplant, dass alle Teilnehmer*innen in etwa zeitgleich zur Demo ankommen.

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation mag es für Menschen ebenfalls sinnvoll sein, mit dem Auto nach Remagen zu fahren. Fragt dazu bestenfalls bekannte Strukturen nach sinnvollen Parkmöglichkeiten und bedenkt, in welchen Teilen der Stadt sich die Nazis primär aufhalten.

Bonn: Treffpunkt: 9:40 Uhr, Bonn HBF, Gleis 3
Koblenz: Treffpunkt: 9:00 Uhr, Koblenz HBF
Köln: Abfahrt: 9:32 Uhr, Gleis 9, Köln HBF

Hygienekonzept:

Die Hygieneregeln, und dabei insbesondere das Abstandsgebot, einzuhalten, liegt selbstredend in unserem eigenen Interesse. Daher haben wir verschiedene Maßregeln als verbindlich für unsere Demonstration festgelegt und diese mit Versammlungsbehörde & Polizei abgestimmt. Die Einhaltung dieser Maßnahmen wird ebenfalls durch unsere Ordner*innen ünterstützt. Eure Kontaktdaten müssen an keiner Stelle erfasst werden.

Mund-Nase-Schutz: Alle Teilnehmenden halten während des gesamten Tages, und insbesondere während An- & Abreise sowie auf der Demonstration, Mund und Nase bedeckt. Die Form ist grundsätzlich egal, FFP2-Masken oder medizinische MNS empfehlen sich allerdings insbesondere bei möglichen Zugfahrten. Dies ist auch eine Auflage seitens der Polizei und wird, sofern bestimmungsgemäß verwendet, nicht als Vermummung gewertet – auch nicht, falls kalte Temperaturen eine Mütze erforderlich machen sollten.

Abstandsgebot: Auch in RLP gilt, dass maximal Personen aus zwei Haushalten näher als 1,5m beieinander stehen dürfen. Für die Demonstration beabsichtigen wir allerdings eine Reihenaufstellung von 3 Personen pro Reihe, die es gewährleistet, dass jede(!) Personen 1,5m Abstand zu jeder(!) nächsten Person hält. Die Polizei ist aufgefordert, den Teilnehmenden der Demonstration den entsprechend notwendigen Platz auf der Straße frei zu lassen und ebenfalls die Abstände einzuhalten. Die Aufstellung und Einhaltung der Abstände wird ebenfalls durch die breite der Transparente unterstützt.

Ankunft & Abfahrt am Bahnhof: Auch bei den Zugreisen ist -wo möglich- Abstand zu halten. Dabei ist allerdings auf mögliche Ansagen & Empfehlungen seitens der Orga zu achten! Die Weg aus dem bzw. in den Bahnhof werden frei von Polizist*innen sein, um auch dort Abstände zu ermöglichen. Die Abfahrt wird wie immer gemeinsam angetreten, auf die Züge warten wir ggf. vor dem Bahnhof, um uns am Gleis nicht zu stauen.

Schilder/Banner/Flyer: Bei der Versammlung stellen wir Handdesinfektionsmittel bereit, welches alle Leute, die bereitgestellte Schilder oder Banner nehmen oder Flyer verteilen, vorher zu benutzen haben. Von uns ausgegebene Schilder und Fahnenstangen sind jeweils min. 1,5m lang, um ggf. notwendige Abstände deutlich machen zu können. Dies empfehlen wir ebenfalls für mitgebrachte Schilder/Fahnenstangen etc.

Der Tag:

Am Samstag soll es voraussichtlich bis 15°C warm werden. Es kann sein dass es regnet und wahrscheinlich ist es überwiegend bewölkt. Denkt in jedem Fall an eine Regenjacke (nicht schwarz) sowie an warme Sachen wie Mütze, Schal und Handschuhe. Selbst mit Sonnenschein ist es doch meist ziemlich kalt in Remagen.

Packt dieses Jahr etwas mehr Essen und Trinken ein. Wenn noch Platz für ’ne Thermoskanne ist, umso besser. Dieses Jahr wird es aufgrund der aktuellen Situation keine Küfa geben.

Achtet auf die Polizei und auf Nazi-Fotograf*innen! Letztere werden von der Polizei regelmäßig bis auf wenige Meter an die Gegenveranstaltungen heran gelassen und können dadurch dank polizeilicher Hilfe Gegendemonstrant*innen abfotografieren. Auch bei einer Infoaktion in Remagen im September diesen Jahres haben bekannte Neonazis versucht, Portraitaufnahmen von Antifaschist*innen anzufertigen. Dies wird natürlich durch uns versucht zu unterbinden. Sollten Nazis am Rand fotografieren, ist es nicht nur legitim, sondern auch legal sein Gesicht durch Tücher, Schals etc. zu verdecken. Der obligatorische Mund-Nase-Schutz ist hier selbstredend ebenfalls hilfreich.

Die Polizei hat immer wieder gezeigt, dass sie in Rheinland-Pfalz und speziell in Remagen keinen starken Gegenprotest wünscht. Also passt auf euch auf und bleibt zusammen. Weitere Tipps hat die Antifa Remagen verfasst: How to Demo in Remagen

Infos:

Es wird am Tag einen Live Ticker geben, der unter folgender Adresse erreichbar ist: https://twitter.com/NS_stoppen

Die Hashtags des Tages sind: #rmg1411 und #RemagenNazifrei

Außerdem gibt es eine Aktionskarte mit unserer Route, den Kundgebungen, der voraussichtlichen Naziroute und allen weiteren wichtigen Infos, die ihr euch hier schon anschauen könnt, aber am Samstag auch gedruckt verteilt wird:

Ermittlungsausschuss:

Wenn ihr Festnahmen beobachtet oder selbst Probleme haben solltet, ruft den Ermittlungsausschuss (EA) an!

Besetzt ab 9:00 Uhr bis Ende der Aktionen!

Die Nummer des Ermittlungsausschusses: 0178 468 11 82

Hinweis: Der EA ist kein Info Telefon! Nutzt hierzu bitte den Live Ticker!

Die Nazis:

Die Mobilisierung-“kampgane“ der Nazis läuft auch in diesem Jahr so unglaublich schlecht wie noch nie. Abgesehen von einem Blog-Eintrag gibt es keinerlei öffentliche Mobilisierung oder Aktionen, die auf den bevorstehenden „Trauermarsch“ hinweisen sollen. Das noch als „Kampagne“ zu bezeichen wird langsam lächerlich.

Nach den zwei Hochjahren 2016 und 2017 mit je 200 bzw. 240 Teilnehmenden, ging die Zahl in den letzten zwei Jahren wieder deutlich abwärts. Aber nicht nur die Personenanzahl, auch die teilnehmenden rechten Gruppierungen sind im letzten Jahr zahlenmäßig deutlich gesunken und bisher elementare Gruppen blieben fern. Bei der ausbleibenden Mobilisierung in diesem Jahr würde es nicht überraschen, wenn sich der Abwärtstrend weiter fortsetzt und die Zahl von 120 Teilnehmenden aus dem Vorjahr nochmal unterschritten wird. Um die sinkenden Teilnehmerzahlen zu rechtfertigen, wird schon seit einigen Jahren argumentiert, dass nur die „ehrenwerten Kameraden“ nach Remagen kommen um so eine Art „Elite-Veranstaltung“ zu erschaffen. Dass diese Vorstellung weit an der Realität vorbei geht, ist klar.

Nichtsdestotrotz hat Remagen weiterhin nicht an Wichtigkeit verloren. Jedes Jahr kommen relevante Strukturen und Personen zusammen und können sich weiter vernetzen. Remagen ist seit jeher wichtiger Vernetzungspunkt rechtsterroristischer Akteur*innen. Wie letztes Jahr gezeigt hat, schrecken diese nicht vor Gewalt zurück und schlagen bewaffnet auf Menschen ein. Es zeigt sich jedes Jahr aufs Neue, dass es wichtig ist zu beachten, welche Faschos sich in Remagen treffen – und nicht wie viele.

Weitere Veranstaltungen:

Am Tag finden noch weitere Gegenveranstaltungen in Remagen statt:

„Tag der Demokratie“
9:30 Uhr „Friedensspaziergang“ zur „Friedenskapelle“, Startpunkt: Feuerwehrhaus Kripp

ab 11:00 Uhr Übertragung von Musik und Redebeiträgen
auf LED-Bildschirmen Höhe Goethestraße / Joseph Ravan-Allee

12:00 Aufstellung zur Menschenkette entlang der Goethestrasse in Richtung Innenstadt

Weitere Infos beim Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie.

Ausstellung zu Rechter Gewalt
12:00 Uhr: Die Initiative Kein Vergessen Koblenz baut vor der FH neun große Wände auf mit den Namen aller bekannten Todesopfer rassistischer Gewalt seit 1990 sowie Verdachtsfällen. Als Grundlage diente die Liste mit Todesopfern von der Amadeu-Antonio-Stiftung.

Nehmt am Samstag eure Freund*innen mit und kommt nach Remagen!
Gegen Naziaufmarsch, Opfermythos und rechte Netzwerke in Polizei, Justiz & Geheimdiensten!

Aktionskonsens für den 14.11.2020

Aktionskonsens des Bündniss „NS Verherrlichung Stoppen“ als verbindlicher Rahmen der Proteste in Remagen

Basierend auf jahrelanger Erfahrung mit den antifaschistischen Protesten in Remagen haben wir im Bündnis diesen Konsens erarbeitet. Der Aktionskonsens ist Voraussetzung dafür, dass die antifaschistischen Proteste für alle Teilnehmenden transparent und gut einzuschätzen sind. Er vermittelt, dass wir auch in einer Aktion mit sehr vielen Menschen auf einander achten und uns unterstützen – gerade in der aktuellen Situation. Als „NS-Verherrlichung stoppen“ sagen wir, was wir tun und werden tun, was wir sagen. Alle Menschen, die sich dieser Vereinbarung anschließen, laden wir herzlich ein, sich der Proteste von NS-Verherrlichung stoppen anzuschließen.

Am Samstag, den 14.11. werden wir gemeinsam mit Bündnispartner*innen und Einzelpersonen in Remagen gegen völkischen Rassismus und Geschichtsrevisionismus demonstrieren. Wir rufen dazu auf, sich der Demo anzuschließen oder auf kreative Formen des Protestes durch zivilen Ungehorsam zurückzugreifen. Ziel der Aktionen sollte es sein, den “Trauermarsch” der Nazis zu verhindern und dadurch zu unterbinden, dass sie ihre völkische und faschistische Ideologie auf die Straße tragen können. Je weniger sie laufen, desto weniger können sie sich in ihrer Ideologie bestätigt fühlen.

Den Kern unseres Protestes bildet die angemeldete Demo, die vom Bahnhof Remagen vorbei am Jüdischen Friedhof bis zur Schwarzen Madonna läuft. Von der Demo selber wird – von „NS-Verherrlichung stoppen!“ – keine spontane Aktion, wie etwa eine Blockade ausgehen. Personen, die parallel dazu Störaktionen gegen die Nazis durchführen, erfahren unsere volle Solidarität und Unterstützung, sofern diese nicht fahrlässig oder mutwillig die Gesundheit der Angehörigen der Gegenproteste gefährden.

Von der Demo wird keine Gewalt ausgehen. Spontane Entscheidungen über den Ablauf, wie etwaige Pausen oder Verzögerungen der Demo werden vom Demorat in Absprache mit den Anmelder*innen getroffen. Die Demo soll einen offenen und entschlossenen Charakter haben und möglichst vielen die Möglichkeit geben, sich an den Gegenprotesten zu beteiligen. Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten. Unsere Demo soll ein Bild der Vielfalt, Kreativität und Offenheit vermitteln. Unser Protest richtet sich nicht gegen die Bevölkerung von Remagen, viel mehr wollen wir durch die Demo die Kritik unseres Aufrufs laut und entschlossen, aber vermittelbar zum Ausdruck bringen.

Die Sicherheit der teilnehmenden Aktivist*innen und aller Unbeteiligten hat für uns oberste Priorität – gerade in Bezug auf die Coronapandemie. Wir erwarten von allen Teilnehmer*innen, dass sie unser Konzept zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus einhalten und andere darum bitten, dies ebenfalls zu tun, damit alle Teilnehmer*innen und Unbeteiligte vor einer Infektion mit Corona best möglich geschützt sind. Für alle, die sich an den Protesten beteiligen wollen, werden wir uns um eine sichere An- und Abreise (auch vor einer Ansteckung) bemühen. Das Konzept für den Schutz von Corona und zu Anreise wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben und wird bereits mit den zuständigen Stellen verhandelt. Vor Angriffen von Nazis werden wir uns der konkreten nach Situation angemessen schützen. Von unser Demo wird in diese Richtung keine Eskalation ausgehen.

Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für das Gelingen der Proteste. Wir wollen eine Situation schaffen, die für alle Teilnehmenden transparent ist und in der wir aufeinander achten und uns unterstützen.

Antifaschistischer Gegenprotest in Remagen | 14.11.2020

„In den Nachrichten: Rechte Chatgruppen in der Polizei entdeckt ++ NSU-Verfahren: Verstrickungen des Verfassungsschutzes bleiben unklar ++ Rassismusstudie: Innenminister wehrt sich weiter ++ Außerdem in der Lokalzeit: Antifaschistischer Gegenprotest in Remagen“

Antifaschistischer Gegenprotest in Remagen | 14.11.2020 from NS-Verherrlichung stoppen! on Vimeo.

Am 14. November ab 10:30 Uhr in Remagen auf die Straße gehen!
Gegen Naziaufmarsch, Opfermythos und rechte Netzwerke in Polizei, Justiz & Geheimdiensten!

Naziaufmarsch in Remagen terminiert

Seit langem haben wir es vermutet, nun ist es offiziell: Auch dieses Jahr wollen rechtsterroristischen Akteur*innen aus der gesamten Bundesrepublik wieder in Remagen aufmarschieren und ihre besonders deutsche Variante der Geschichtsverklärung auf die Straße tragen.

Kommt daher am 14. November mit nach Remagen, um den größten regelmäßigen Naziaufmarsch Deutschlands in seine Schranken zu weisen!

2020: Den Naziaufmarsch in Remagen verhindern!

Antifaschismus heißt, rechte Netzwerke aufzubrechen – in Polizei, Justiz und überall

Auch in diesem Jahr ist davon auszugehen, dass Nazis im November (14. oder 21.11.) versuchen werden, in Remagen zu marschieren. Bei ihrer geschichtsrevisionistischen Relativierung der NS-Verbrechen und ihrem nationalsozialistischen Heldengedenken werden sie auch in diesem Jahr nicht ungestört bleiben. Wenn Nazis versuchen, die Verbrechen ihrer geistigen Vorfahren zu glorifizieren und auf ihrem Aufmarsch rechte und terroristische Netzwerke knüpfen, liegt es an uns, ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Den ganzen Aufruf lest ihr hier