NS Verherrlichung stoppen! Naziaufmarsch & Opfermythos angreifen! http://remagen.blogsport.de Wed, 22 Nov 2017 13:14:34 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en 25.11: Kein deutscher Opfermythos an den Rheinwiesen http://remagen.blogsport.de/2017/11/22/kein-deutscher-opfermythos-an-den-rheinwiesen/ http://remagen.blogsport.de/2017/11/22/kein-deutscher-opfermythos-an-den-rheinwiesen/#comments Wed, 22 Nov 2017 13:05:29 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2017/11/22/kein-deutscher-opfermythos-an-den-rheinwiesen/

Wie schon in den vorherigen Jahren, mobilisiert die NPD neben dem Aufmarsch in Remagen zudem noch für nächsten Samstag zu einer Kundgebung am ehemaligen „Rheinwiesenlager“ in Bretzenheim im südlichen Rheinland-Pfalz.

Auch hier versuchen die Neonazis die nationalsozialistischen Verbrechen vergessen zu machen – indem sie die Gefangenensammelstellen der Alliierten zu den Konzentrationslagern gleichwertigen Vernichtungslagern umdeuten. Sie fabulieren von der Zahl von einer Million Toten in den Rheinwiesenlagern und versuchen so, einen Genozid zu konstruieren, den sie als Racheakt der Alliierten sehen um die Verbrechen der Deutschen damit aufzuwiegen. Wenn man sich die Sterberate im gesamten deutschen Gebiet zu der Zeit ansieht und Zahlen von seriösen Historikern zu den Rheinwiesenlagern damit vergleicht, sieht man schnell, dass in den Lagern keine höheren Sterberaten vorlagen, als im Rest von Deutschland.

Mit einem Gedenken an diese vermeintlich 1 Million Tote werden nationalsozialistische Täter als Opfer verklärt und natlos an den Geschichtsrevisionismus um den Opfermythos Remagen und das dort abgehaltene „Heldengedenken“ an faschistische Verbrecher angeknüpft.

Daher rufen Antifaschist*innen aus dem Raum Bad Kreuznach zu einer Gegenkundgebung in direkter Nähe zum Naziaufmarsch auf. Wir unterstützen diesen Aufruf und fordern euch alle auf, am Samstag nach Bretzenheim zu kommen!

Samstag | 25.11 | 13:00 Uhr | 55559 Bretzenheim (bei Bad Kreuznach)

Alle Infos gibt es auf Facebook:
https://www.facebook.com/events/164500884293707/


Deutsche Täter sind keine Opfer!
Gegen jeden Geschichtsrevisionismus!

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Bündnisrede vom 18. November 2017 http://remagen.blogsport.de/2017/11/21/buendnisrede-vom-18-november-2017/ http://remagen.blogsport.de/2017/11/21/buendnisrede-vom-18-november-2017/#comments Mon, 20 Nov 2017 22:27:04 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2017/11/21/buendnisrede-vom-18-november-2017/ Wir dokumentieren unseren Redebeitrag von der Auftaktundgebung der Tanzdemo am 18. November 2017:

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich spreche heute im Namen des Bündnis „NS-Verherrlichung Stoppen zu euch“.
Es ist 2017, zum neunten Mal läuft die Speerspitze der neonazistischen Szene Deutschlands durch Remagen. Zum neunten Mal verklären sie dabei wer Opfer und wer Täter waren. Zum neunten Mal kriegen sie Gelegenheit, ihre nationalsozialistische Ideologie zu verherrlichen.

Warum Remagen?
Der Ort den sie dafür wählen, ist uns allen mittlerweile ein Begriff. Remagen. Hier entstand nach dem Kriegsende 1945 eines der insgesamt 20 Rheinwiesenlager, eine Gefangenensammelstelle für Kriegsgefangene der Waffen-SS, der Wehrmacht und anderer Nazi-Organisationen und -Institutionen. Es entstand eine provisorische Gefangenensammelstelle für Täter der nationalsozialistischen Diktatur. Dies waren Soldaten, die in den 12 vorangehenden Jahren einen Vernichtungsfeldzug durch ganz Europa ermöglicht und geführt hatten und außerdem den Grundstein legten für die industrielle Ermordung von Jüd*innen, Sinti und Roma, Homosexuellen, Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, politisch Oppositionellen, Wohnungslosen und Arbeitslosen – all den Menschen, die in der nationalsozialistischen Lehre einer reinen Volksgemeinschaft und Rasse keinen Platz fanden.

Durch das schnelle Vorrücken der Alliierten im Jahre 1945 kam es zu unzähligen Kriegsgefangenen, insgesamt eine Million davon wurden in den Sammelstellen an den Rheinwiesen untergebracht. Rund 170.000 Menschen davon in Remagen, wovon aufgrund der kriegsbedingten Allgemeinsituation – es herrschte Hunger, viele Menschen waren verletzt, viele junge Menschen im Krieg umgekommen – rund 1200 Menschen starben. Wenn auch jeder, durch einen Krieg und seine Folgen umgekommene Mensch, ein Mensch zu viel ist, der sein Leben verliert, so darf man bei diesen Zahlen nicht vergessen, welches Unheil die Soldaten der Wehrmacht, der SS und sonstige NS-Schergen in den Jahren zuvor angerichtet hatten.

  • etwa 6 Millionen Jüd*innen
  • etwa 3,3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangene
  • etwa 2,5 Millionen christliche Polen
  • mindestens 100.000 Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion
  • mindestens 500.000 in deutschen Arbeitslagern und Konzentrationslagern umgekommene Jugoslawen
  • etwa 219.600 Sinti und Roma verschiedener Nationalität
  • etwa 100.000 Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung
  • etwa 130.000 nichtjüdische Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die aus politischen oder religiösen Motiven aktiven oder passiven Widerstand gegen das Regime leisteten.
  • Sie alle wurden Opfer der Nationalsozialisten.

    Die Zahl der während und infolge des Krieges ums Leben gekommenen Militärpersonen nichtdeutscher Nationalität wird auf 17,2 Millionen geschätzt. Die der Zivilpersonen nichtdeutscher Herkunft insgesmt auf mehr als 15,8 Millionen.

    Mithilfe des rechtsextremen kanadischen Publizisten James Bacque versuchen die Neonazis diese Zahlen vergessen zu machen – indem sie die Gefangenensammelstellen der Alliierten zu den Konzentrationslagern gleichwertigen Vernichtungslagern umdeuten. Sie fabulieren von der Zahl von einer Million Toten in den Rheinwiesenlagern und versuchen so, einen Genozid zu konstruieren, den sie als Racheakt der Alliierten sehen um die Verbrechen der Deutschen damit aufzuwiegen. Wenn man sich die Sterberate im gesamten deutschen Gebiet zu der Zeit ansieht und Zahlen von seriösen Historikern zu den Rheinwiesenlagern damit vergleicht, sieht man schnell, dass in den Lagern keine höheren Sterberaten vorlagen, als im Rest von Deutschland.

    Mit einem Gedenken an diese vermeintlich 1 Million Tote werden nationalsozialistische Täter als Opfer verklärt, während die Neonazis hier in Remagen gleichzeitig ein Heldengedenken in bester Tradition der SS abhalten.

    Gleichzeitig vernetzt man sich in der neonazistischen Szene bei diesen Märschen.

    Wer sind die Nazis?
    Die Neonazis, die sich dazu in Remagen treffen, setzen sich aus Kameradschaftsstrukturen in ganz Deutschland, vor allem aber NRW und RLP zusammen. Rechtsextreme Kameradschaften und rechtsextreme Parteien laufen dabei Hand in Hand – Ehemalige Mitglieder des Aktionsbüro Mittelrhein, ehemalige Mitglieder des Nationalen Widerstands, Ehemalige Mitglieder verschiedener Kameradschaftsstrukturen – heute Mitglieder der Partei die Rechte, Mitglieder der NPD – sie alle Sympathisanten und Unterstützer*innen rechtsterroristischer Gruppen und Netzwerke wie dem NSU. Sie stilisieren sich als eine neonazistische Elite und sie alle verbindet das ideologische Erbe, das mehr als 60 Millionen Menschen im zweiten Weltkrieg und der nationalsozialistischen industriellen Massenvernichtung das Leben gekostet hat. Unzählige von ihnen sind selbst aktiv geworden, um den Vernichtungskampf der nationalsozialistischen Ideologie in das Hier und Jetzt zu tragen. Unzählige von Ihnen sind wegen schwerster Verbrechen vorbestraft. Unzählige von ihnen sind noch heute aktiv, um diesen menschenverachtenden Kampf fortzuführen.

    In Koblenz platzte kürzlich der Prozess gegen das Aktionsbüro Mittelrhein, einer neonazistischen Kameradschaftsstruktur, die 2012 nach einer lange dauernden antifaschistischen Kampagne verboten wurde, weil der zuständige Richter in Ruhestand ging. Die Neonazis, denen Angriffe auf politisch Oppositionelle, Körperverletzungen, Bildung einer kriminellen Vereinigung und viele weitere Straftaten vorgeworfen wurden, setzten dabei von Anfang an auf eine Verzögerungstaktik, die aufging. Sie zeigten damit die Verwundbarkeit und die Grenzen des Rechtsstaats bei der Bekämpfung von Neonazis auf. Der ehemalige Vorsitzende des Aktionsbüro Mittelrhein, Christian Häger, der jahrelang die Demos in Remagen organisierte, nutzte diese Situation aus, um mit neuem Selbstbewusstsein den Rudolf-Heß-Gedenkmarsch dieses Jahr in Berlin-Spandau mitzuorganisieren.

    Verwicklungen des Rechtsstaates und die Opfer
    Die Neonazis gewannen damit einen Kampf, den der Rechtsstaat oftmals gar nicht führen will, wenn man sich die unzähligen Vertuschungen im Prozess um den Nationalsozialistischen Untergrund, kurz NSU, ansieht. Ein Prozess, in dem die Angehörigen sich, nachdem sie ihre Liebsten verloren hatten, rassistischen Polizeiermittlungen ausgesetzt sahen. Ein Prozess, in dem vertuscht wird, wie viele V-Leute des sogenannten Verfassungsschutzes in die Morde an Migranten verwickelt waren. Ein Prozess in dem klar wird, dass Gelder des Verfassungsschutzes zur Bildung und Bewaffnung einer neonazistischen, terroristischen Vereinigung verwendet wurden.

    Auch in anderen Ermittlungsverfahren werden rassistische Täter gedeckt und Verwicklungen des Staatsapparates vertuscht. So wurde kürzlich bestätigt, was viele von uns längst vermuteten: Der Tod des jungen Oury Jalloh aus Sierra Leone muss ein rassistisch motivierter Mord durch Polizisten in Dessau gewesen sein. Die Theorie der Selbsttötung hält keinem der Sachverständigen-Gutachten stand. Selbst einer der leitenden Ermittler der Dessauer Staatsanwaltschaft sieht dies mittlerweile als erwiesen an. Trotzdem hält die Justiz in Halle, die den Fall verhandelt, an einer Einstellung des Verfahrens fest.

    Opfer sind dabei immer marginalisierte Gruppen und Minderheiten.

    Nicht nur werden sie von Neonazis gejagt, verfolgt und getötet, auch lässt der Staat ihre Angehörigen und die Opfer selbst damit alleine, marginalisiert sie weiter, setzt sie rassistischer Argumentation aus. Im aufgeklärten Deutschland kann es so etwas wie mordende Nazistrukturen und V-Männer ja nicht geben.

    Es geht sogar so weit, dass der Staat, die Kommunen und Städte sich dem Gedenken der Opfer von Neonazis und dem Eingeständnis, dass es neonazistische Morde waren, verweigern. In Koblenz musste jahrelang für eine Gedenkstätte für den von einem Neonazi erschossenen Wohnungslosen Frank Bönisch gekämpft werden. In Bad Breisig wurde eine von Antifaschist*innen verlegte Gedenkplatte für den Wohnungslosen Dieter Klaus Klein, der von zwei Neonazis erstochen wurde, wieder entfernt. Der Mord an Dieter Klaus Klein ist bis heute nichtmal als rechtsradikale Tat anerkannt, obwohl die Täter aus ihrer Gesinnung und ihren Motiven nie ein Geheimnis machten.

    Der Staat wird uns nicht helfen, diese Positionen und ihre Vertreter zu bekämpfen. Wir müssen den Kampf und das Gedenken selbst in die Hand nehmen.

    Der parlamentarische Arm und die neue Rechte
    Nun erleben wir, dass dieses Gedankengut wieder Einzug in den Deutschen Bundestag gehalten hat. Die AfD platziert rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft und rückt die gesamte politische Landschaft auf der Jagd nach Wählerstimmen nach rechts. Die Identitäre Bewegung macht Neonazismus wieder hip und bringt Jugendliche in die Versuchung, fremdenfeindliche Positionen als legitim anzuerkennen. Rechte Verlage dürfen auf der Frankfurter Buchmesse mehr oder minder offen ihre menschenverachtenden Positionen vertreten. Ein Alexander Gauland und ein Björn Höcke fordern eine Abkehr von einer Erinnerungskultur, die sie verächtlich als Kultur der Schande bezeichnen. Zahlreiche geleakte Chatprotokolle offenbaren, welch menschenverachtendes Gedankengut in der AfD vorherrscht. Sie führt damit fort, was die Neonazis, hier in Remagen und anderswo, über Jahrzehnte versucht haben – sie platziert eine neue Form nationalsozialistischer Ideologie in einer massentauglichen Form. Die Springerstiefel und Bomberjacken wurden gegen Anzug und Krawatte getauscht, die Worte so zurechtgefeilt, dass sie keine Gesetze verletzen, wenn sie auch weiterhin die selbe menschenverachtende Ideologie verbreiten.

    Die Linke Szene – was nun?
    Selbst in der linken Szene ist ein Diskurs ausgebrochen, der es teilweise zulässt, dass gegen Geflüchtete und Muslime gehetzt wird, als wären sie eine homogene Masse von Patriarchen und Antisemiten.

    Umso mehr ist es wichtig, auch die eigene Szene in einem kritischen Licht zu sehen und immer wieder zu reflektieren, mit welchen Positionen man es zu tun hat – und diese jederzeit und überall anzugreifen, wenn es notwendig ist.

    Doch: Eine starke linke Szene ist so wichtig wie noch nie. Die Rechten vernetzen sich nicht nur hier besser denn je, sondern weltweit. Überall sind Reaktionäre auf dem Vormarsch und nutzen die „neuen Medien“, um eine Front gegen uns zu bilden. Wir müssen, dort wo es möglich ist, Gräben überwinden und uns zusammenschließen. Wir müssen jetzt, so dringend wie lange nicht mehr, um die Herzen der Menschen kämpfen. Wir dürfen menschenverachtenden Positionen und ihren Vertretern keinen Raum geben. Wir müssen mit allen Mitteln gegen die vorgehen, die versuchen die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte zurückzudrehen.

    Dabei gibt es unterschiedlichste Mittel, für jede Situation sollte genau abgewogen werden, was wir wollen – ob wir Nazis bekämpfen und zurückdrängen wollen, notfalls auch militant. Ob wir Menschen erreichen und für unsere Positionen begeistern wollen. Ob wir Begegnungen schaffen wollen und Ängste abbauen wollen.

    Es ist an uns jetzt zu handeln. Ich weiß, wir alle sind müde. Der Staat wird uns nicht helfen. Wir sind auf uns gestellt. Aber: Wir sind viele. Und unsere Positionen sind die richtigen.

    Antifa kann vieles heißen.

    Antifa heißt Angriff.

    Antifa heißt Aufklärung.

    Antifa heißt in Solidarität mit denen zu stehen, die von dieser ganzen reaktionären Scheiße betroffen sind.

    Antifa heißt Antifaschismus – wo immer faschistische Ideologien das friedliche Zusammenleben ALLER Menschen bedrohen.

    Aber eines ist sicher: Antifa bleibt Handarbeit!

    Während die Neonazis nun bald zu ihrem Trauermarsch aufbrechen und um ihre vermeintlichen Opfer trauern, werden wir uns feiernd in Bewegung setzen. Wir feiern das Ende des nationalsozialistischen Vernichtungsfeldzuges und werden die Rheinwiesen damit den Neonazis abnehmen.

    Die Rheinwiesen gehören uns – wir werden sie mit dem heutigen Tag wieder positiv besetzen, so wie es die Alliierten vor 72 Jahren taten.

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    http://remagen.blogsport.de/2017/11/21/buendnisrede-vom-18-november-2017/feed/
    Presse 2017 http://remagen.blogsport.de/2017/11/21/presse-2017/ http://remagen.blogsport.de/2017/11/21/presse-2017/#comments Mon, 20 Nov 2017 22:00:33 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2017/11/21/presse-2017/
    Unter dem Punkt Presse haben wir wieder die verschiedenen Artikel sowie Fotos und Videos von der Tanzdemo und den Protesten gegen den Naziaufmarsch am 18. November in Remagen gesammelt.

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    http://remagen.blogsport.de/2017/11/21/presse-2017/feed/
    Kurzbericht zur Tanzdemo in Remagen http://remagen.blogsport.de/2017/11/18/kurzbericht-zur-tanzdemo-in-remagen/ http://remagen.blogsport.de/2017/11/18/kurzbericht-zur-tanzdemo-in-remagen/#comments Sat, 18 Nov 2017 19:44:02 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2017/11/18/kurzbericht-zur-tanzdemo-in-remagen/ +++ erneut ca. 500 Menschen auf Antifa-Demo setzen klares Zeichen gegen Naziaufmarsch und deutschen Opfermythos +++ Tanzdemo trägt kreativen und vielfältigen Protest nach Remagen +++ Zahl der Nazis steigt weiter auf fast 250

    Tanzdemo & Proteste

    Am heutigen 18. November 2017 versammelten sich um viertel nach 10:00 Uhr mehrere hundert Menschen u.a. aus NRW, Rheinland-Pfalz, Hamburg und Hessen vor dem Bahnhof Remagen zur antifaschistischen Tanzdemonstration „Opfermythos Remagen zerstören – Rheinwiesen wieder positiv besetzen!“, um, während die aufmarschierenden Nazis um ihre vermeintlichen Opfer trauerten, das mit der Besetzung der Rheinwiesen verbundenen Ende ihres Vernichtungsfeldzugs zu feiern. Bei einer kurzen Auftaktkundgebung thematisierte das veranstaltende Bündnis „NS Verherrlichung stoppen!“ in einer Rede v.a. die Verbrechen und Morde von Nazis und die Notwendigkeit, sich bei deren Aufklärung und Erinnerung nicht auf den Staat zu verlassen. Anschließend wurden die zu dem Zeitpunkt erst 150 angereisten Nazis am Bahnhof mit lautstarken Parolen und einem Konzert des Rappers Kutlu von Microphone Mafia in Empfang genommen. Als die Nazis ihre Kundgebung begonnen hatten, setzte sich auch die Tanzdemo lautstark und bester Laune in Richtung jüdischem Friedhof in Bewegung. Auf dem Weg dorthin versuchte eine Gruppe von 30 Antifaschist*innen auf die Route auszubrechen, dies wurde allerdings durch die Polizei direkt unterbunden. Am jüdischen Friedhof erhielten auch dieses Jahr wieder Genoss*innen den ganzen Tag über eine Kundgebung aufrecht, um zu verhindern, dass die Nazis ihre Demo dort entlang führen konnten. Vor zwei Jahren ist es genau dort zu antisemitischen Zwischenfällen und Bedrohungen gegenüber den Genoss*innen der Kundgebung gekommen. Diese sind dieses Jahr zwar nicht wiederholt worden, dennoch schien die bloße Existenz dieser Kundgebung mit der Parole „Gegen jeden Antisemitismus“ einige anwesende Personen so sehr zu provozieren, dass wir die Notwendigkeit dieser Kundgebung leider absolut bestätigt sehen.

    An der Fachhochschule, in unmittelbarer Nähe zur Schwarzen Madonna, kam unsere Tanzdemo in Hör- und Sichtweite des „Heldengedenkens“ der Nazis. Mit lauter Musik und Parolen wurde dieses SS-Ritual der Nazis gestört. Parallel dazu starteten viele Antifaschist*innen den Versuch, noch näher an bzw. auf die Naziroute zu kommen und verteilten sich dazu im Stadtgebiet. Auch dieses Jahr mussten die Nazis ihre Demo wieder schon auf der Straße etwa hundert Meter vor der Schwarzen Madonna stoppen und konnten nicht auf ihr gewünschtes „Feld des Jammerns“ gehen.

    Nachdem sich die Nazis wesentlich früher als sonst wieder in Bewegung gesetzt hatten, formierte sich auch die Tanzdemo um zurück zum Bahnhof zu laufen. Dabei wurden sich mehrfach an die Bevölkerung Remagens gewandt und diese aufgefordert, selber aktiver gegen den jährlichen Naziaufmarsch zu werden. Allgemein lässt sich festhalten, dass der diesjährige Charakter unserer Demo wesentlich mehr Anwohner*innen als in den letzten Jahren positiv aufgestoßen ist und wir mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen sind. Das beweist für uns, dass eine Tanzdemo durchzuführen das genau richtige Konzept war, um den Protest gegen den diesjährigen Naziaufmarsch auf die Straße zu tragen.

    Die Nazis


    Quelle: Infozentrale

    Bis vor zwei Jahren sank die Anzahl der Nazis beim Trauermarsch noch jährlich bis auf 120. Letztes Jahr ist die Zahl dann erstmals seit langer Zeit auf 200 angestiegen. Dieses Jahr waren es nach aktuellen Erkenntnissen 246 Teilnehmer*innen. Hier ist deutlich zu sehen, dass der Abwärtstrend beendet wurde und die Zahl der Menschen, die offen ihre Verherrlichung des Nationalsozialismus auf die Straße tragen, wieder angewachsen ist. Zu dieses tendenziell steigenden Zahl führen unserer Meinung nach insbesondere drei verschiedene Faktoren. So ist die steigende Vernetzung der lokalen rechtsterroristischen Naziszene mit Sicherheit einer der wichtigsten Faktoren. Dieser zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass neben den immer anwesenden Strukturen aus den Regionen Mittelrhein, Bonn, Dortmund und Wuppertal, selbst Teile von die Rechte Baden-Würtemberg dieses Jahr ihren Weg nach Remagen gefunden haben. Auch die erneute Anwesenheit von Nazis aus Neuruppin und dem Nordharz beim diesjährigen Aufmarsch und die Tatsache, dass die Organisatoren des jährlichen Aufmarsches in Remagen auch den Rudolf Heß-Gedenkmarsch dieses Jahr in Berlin angemeldet und mitorganisiert haben. Als zweiter wichtiger Faktor ist wohl das Rechtsrockkonzert „Verteidige Europa“ der Bands „Blitzkrieg“, „Exzess“, „Germanium“ und „Barbarossa“ zu nenne, welches heute Abend in Westdeutschland stattfinden soll und explizit dafür geworben hat, erst am Aufmarsch in Remagen und dann am Konzert teilzunehmen. Als dritter Faktor ist der gesellschaftliche Rechtsruck anzuführen, welcher dafür sorgt, dass die Nazis in der breiten Gesellschaft ein größeres Potenzial für die Verbreitung ihrer nationalsozialistischen Ideologie sehen.

    Fazit

    Unter den noch frischen Eindrücken blicken wir mit einem durchweg positiven Gefühl auf den heutigen Tag zurück.
    So ist die breite und spektrenübergreifende Mobilisierung nach Remagen, der kreative und vielfältige Charakter der Tanzdemo und auch das unerwartet zurückhaltende Verhalten der Polizei positiv zu bewerten. Auch die Provokationen durch Anwohner*innen blieben dieses Jahr aus. Außerdem haben auch Friedensbündnis und AstA dieses Jahr ihren Protest erstmals nicht weit entfernt von den Nazis in der Innenstadt, sondern direkt auf dem Gelände der FH und damit in der Nähe zur Nazikundgebung, abgehalten. Negativ zu bewerten ist allerdings, dass dort Teilnehmer*innen, die äußerlich dem linken Spektrum zugerechnet wurden, nicht willkommen waren. Auch kann eine solche grundsätzlich positive Entwicklung lediglich ein Anfang sein auf einem Weg hin zu einer klaren Kritik von nationalsozialistischem und geschichtsrevisionistischem Gedankengut, und der Äußerung eben dieser in einer Art und Weise, in welcher sie die Nazis auch mitbekommen. Denn der Kampf gegen den Opfermythos Remagen ist noch lange nicht vorbei.

    Ein ausführlicheres Fazit werden wir im Laufe der nächsten Wochen veröffentlichen. Jetzt bleibt uns erst einmal nur noch ein großer Dank den vielen Antifaschist*innen die am heutigen Tag mit uns auf der Straße waren und dem Seniorenbeirat Remagen, die wieder deutlich Flagge gezeigt haben!

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    http://remagen.blogsport.de/2017/11/18/kurzbericht-zur-tanzdemo-in-remagen/feed/
    Info-Update 2017 http://remagen.blogsport.de/2017/11/17/info-update-2017/ http://remagen.blogsport.de/2017/11/17/info-update-2017/#comments Fri, 17 Nov 2017 15:27:27 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2017/11/17/info-update-2017/ +++ Stand der Dinge +++ Info-Update +++
    Am morgigen Samstag findet die Tanzdemo der Kampagne „NS-Verherrlichung stoppen!“ statt. Wir wollen euch hiermit über den aktuellen Stand der Dinge aufklären.

    Antifaschistische Gegenproteste:

    Für unsere Kampagne sind primär drei Veranstaltungen elementar:

    10:00 Uhr Stadtspaziergang zur antifaschistischen Spurensuche
    Von Remagen Nazifrei – ab dem Bahnhof Remagen, danach zu unserer Demo

    10:30 Uhr Tanzdemonstration „Opfermythos Remagen zerstören – Rheinwiesen wieder positiv besetzen!“
    Treffpunkt: Bahnhof Remagen Vorderseite → Richtung Schwarze Madonna / ehm. Rheinwiesenlager, dort Kundgebung in Sicht- und Hörweite der Nazikundgebung; anschließend auf der selben Strecke zurück Richtung Bahnhof

    12:00 Kundgebung am jüdischen Friedhof
    Den ganzen Tag wird es am jüdischen Friedhof eine Kundgebungen geben, die euch als Anlaufpunkt dient. Seit vorletztem Jahr stellt diese Kundgebung einen Gegenpol zu jeglichem antisemitischen Gedankengut in Remagen dar und verhindert, dass die Nazis ihre Demonstration hier vorbeiführen können. Die Demo wird auf dem Hin- und Rückweg hier vorbei gehen.

    Charakter der Demo:

    Unsere Auftaktkundgebung findet zeitlich vor der Nazidemo statt. Die Nazis wollen sich um 11:00 Uhr zu ihrer Veranstaltung treffen und um 12:00 Uhr los laufen. Vorher werden sie erfahrungsgemäßg von der Polizei lange durchsucht. Wir werden die Nazis am Bahnhof „in Empfang nehmen“, erst danach wird sich unsere Demonstration in Bewegung setzen. Wir beabsichtigen eine kämpferische und entschlossene, aber bunte, kreative und spektrenübergreifende Demonstration, welche durch den Tanzcharakter den Trauermarsch der Nazis zur Farce machen soll. Bitte beachtet dies, kommt in bunt und bringt viele Fahnen, Schilder, Banner etc. mit.

    Musikalisch wird uns Kutlu von der Microphone Mafia am Auftakt mit einem Auftritt supporten. Anschließend gibt es insb. Techno, Trash & Happy Hardcore, außerdem natürlich spannende Reden und ein paar weitere Beiträge.

    Unsere Demo wird mittlerweile von 35 Organisationen, Vereinen, Künstlern und Parteien unterstützt! Wir danken euch hier schon einmal für die breite Solidarität und freuen uns auf eine entschlossene und solidarische Demo!

    Anreise:

    Aus verschiedenen Städten gibt es eine organisierte Anreise. Wir empfehlen euch sehr, diese Anreisen zu nutzen! Die Anfahrt ist so geplant, dass alle Teilnehmer*innen zeitgleich zur Demo ankommen.

    Aachen: 8:00 Uhr, Autonomes Zentrum (AZ)
    Bochum: 7:40 Uhr, Buddenbergplatz
    Bonn: 9:40 Uhr, HBF Gleis 1
    Koblenz: 9:15 Uhr, HBF vor dem Haupteingang
    Köln: 9:15 Uhr, HBF Vorhalle, vor dem Douglas
    Mainz: 7:45 Uhr, HBF Haupteingang

    Zugempfehlungen für weitere Städte gibt es unter Anfahrt

    Der Tag:

    Am Samstag soll es mit maximal 7 Grad ziemlich kalt werden, Regnen soll es wenn überhaupt aber erst am späten Nachmittag. Nehmt euch aber entsprechend (nicht schwarze) Regenjacken, Schals, Mützen, Handschuhe etc. mit.
    Achtet auf die Polizei und auf Nazi-Fotografen! Letztere wurden in den letzten Jahren von der Polizei bis auf wenige Meter an die Gegenveranstaltungen heran gelassen und konnten Gegendemonstran*innen abfotografieren. Dies wird natürlich durch uns versucht zu unterbinden. Sollten Nazis am Rand fotografieren, ist es nicht nur legitim, sondern auch legal sein Gesicht durch Tücher, Schals etc. zu verdecken.
    Die Polizei hat immer wieder gezeigt, dass sie in Rheinland-Pfalz und speziell in Remagen keinen starken Gegenprotest wünscht. Also passt auf euch auf und bleibt zusammen. Weitere Tipps hat die Antifa Remagen verfasst: How to Demo in Remagen

    Infos:

    Es wird am Tag einen Live Ticker geben, der unter folgender Adresse erreichbar ist: https://twitter.com/NS_stoppen

    Die Hashtags des Tages sind: #rmg1811 und #RemagenNazifrei

    Außerdem gibt es eine Aktionskarte mit unserer Route, den Kundgebungen, der Naziroute und allen weiteren wichtigen Infos, die ihr euch hier schon anschauen könnt, aber am Samstag auch gedruckt verteilt wird:

    Ermittlungsausschuss:

    Wenn ihr Festnahmen beobachtet oder selbst Probleme haben solltet, ruft den Ermittlungsausschuss (EA) an!
    Besetzt ab 8:30 Uhr bis Ende der Aktionen!

    Die Nummer des Ermittlungsausschuss: 0221 93 27 252

    Hinweis: Der EA ist kein Info Telefon! Nutzt hierzu bitte den Live Ticker!

    Die Nazis:

    Die Mobilisierungs“kampagne“ der Nazis läuft dieses Jahr mal wieder deutlich weniger öffentlichkeitswirksam ab, als noch in den Anfangsjahren. „Kampagne“ meint hier, dass die Nazis zwischen Juni und November insgesamt 5 mal in der Nähe eines ehemaligen Rheinwiesenlagers ein paar aufgestellte Grablicher oder Kreuze aufstellten, A4 große Hinweisschilder aufhängten und mit Kreide Schriftzüge malten.

    Grundsätzlich läuft die Werbung für den Aufmarsch fast nur über das Internet. Auch wenn hier auch viele neurechte Seiten die Beiträge verbreiten, ist unklar, ob sich die Teilnehmerzahlen des Aufmarsches nennenswert ändern werden. (2016: 200) Dagegen sprechen neben der ausbleibenden breiten Mobilisierung vor allem die strikten Vorgaben, die die Nazis ihren Teilnehmer*innen vorgeben. Um die sinkenden Teilnehmerzahlen zu rechtfertigen wird seit einiger Zeit argumentiert, dass nur die „ehrenwerten Kameraden“ nach Remagen kommen und so eine Art „Elite-Veranstaltung“ erschaffen. Tatsächlich treffen sich dort auch die wichtigsten Akteur*innen des deutschen Rechtsterrorismus. Darum ist es auch wichtig, welche Nazis sich dort treffen, und nicht wie viele.

    Wie schon in den vorherigen Jahren, mobilisiert die NPD neben dem Aufmarsch in Remagen zudem noch zu einer Kundgebung am ehemaligen „Rheinwiesenlager“ in Bretzenheim im südlichen Rheinland-Pfalz. Diese soll am 26.11 stattfinden. Relativ ruhig läuft auch die Mobilisierung von die Rechte und vom III. Weg, welche in den letzten Jahren noch große Teile der Infrastruktur und der Teilnehmer*innen stellten. Bundesweit mobilisiert der III. Weg aber auch wie schon letztes Jahr für den selben Tag zu einem „Trauermarsch“ nach Wunsiedel.

    Am Samstagabend soll allerdings irgendwo in Westdeutschland noch unter dem Motto „Verteidige Europa“ ein Rechtsrockkonzert mit den Bands „Germanium“, „Blitzkrieg“, „Exzess“ und „Barbarossa“ stattfinden. Die Bands rufen dazu auf, erst am Aufmarsch in Remagen teilzunehmen.

    Weitere Veranstaltungen:

    Am Tag der Naziaufmarsches finden noch weitere Gegenveranstaltungen im gesamten Stadtgebiet statt:

    „Tag der Demokratie“
    11:00 Uhr „Friedensgebet“ an der „Friedenskapelle“ (Schwarze Madonna) und anschließende Verhüllung der Kapelle.

    10:30 – ca. 16:30 Uhr Bühnenprogramm & Meile der Demokratie mit Infoständen verschiedener Organisationen, Parteien und Initiativen, dieses Jahr zum ersten Mal nicht weit entfertn in der Innenstadt, sondern auf dem Gelände der FH und damit in Nähe der Abschlusskundgebung der Nazis.

    14:00 – 15:30 Uhr „Lauf der Demokratie“ an der Fachhochschule (FH)
    Der AStA der FH organisiert wieder einen Staffellauf am Rhein-Ahr-Campus.

    13:00 – 16:00 Uhr Bühnenprogramm auf dem Marktplatz

    Weitere Infos beim Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie

    Nehmt am Samstag eure Freund*innen mit und kommt nach Remagen!
    Opfermythos Remagen ins Wanken bringen, den Akteur*innen eines rechten Terrorismus gemeinsam, solidarisch und entschlossen entgegentreten!

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    http://remagen.blogsport.de/2017/11/17/info-update-2017/feed/
    „How to Demo in Remagen!“ http://remagen.blogsport.de/2017/11/16/how-to-demo-in-remagen-3/ http://remagen.blogsport.de/2017/11/16/how-to-demo-in-remagen-3/#comments Thu, 16 Nov 2017 14:19:11 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2017/11/16/how-to-demo-in-remagen-3/ Die Antifa Remagen hat letztes Jahr einen hilfreichen Text verfasst, wie die Polizei in ihrer Stadt erfahrungsgenmäß mit antifaschistischem Engagement umgeht und welche Tipps sich daraus ableiten lassen, den wir euch empfehlen ernst zu nehmen und hier dokumentieren möchten:

    „How to Demo in Remagen

    Klar, es gibt riesige Unterschiede zwischen einer Demo und einer Demo. Oft sagen wir uns, dass bei der Demo sowieso nix passiert und haben auch noch recht damit. Dennoch sollten einige Grundregeln auch auf einer Demonstration in Remagen beherzigt werden, weil auch eine solche in der Vergangenheit Objekt polizeilicher Aktionen geworden ist. Im folgenden Text haben wir für euch einige Tipps und Erfahrungsberichte gesammelt

    Remagen ist Remagen ist Remagen

    Remagen ein kleines Kaff zwischen Bonn und Koblenz am Rhein, hier findet seit 2009 regelmäßig der vom ABM durchgeführte selbsternannte „Trauermarsch“ der Nazis statt. Seit vielen Jahren engagieren sich Antifaschist_innen in und um Remagen gegen die Nazis und werden Ziel der staatlichen Repression.

    Seit 2010 (Infos unter http://remagensoli.blogsport.de/material/), als es im Zuge der Proteste zu einer Auseinandersetzung kam und ein Antifaschist [trotz fehlender Beweise zu 18 Monaten Haft auf Bewährung] verurteilt wurde, beobachten wir in Remagen Repression wie aus dem Lehrbuch. Menschen werden während der Demo beim Pinkeln kontrolliert und angezeigt. Es werden Ermittlungsverfahren wegen Stickerklebens eröffnet. Gruppen von Nazigegner_innen werden (ein-)gekesselt, weil sie sich angeblich vermummt haben. Nach einer kritischen Berichterstattung über den Polizeieinsatz in der Schülerzeitung holt der Staatsschutz den Schüler aus der Klasse. [Ebenso werden auch mal Demo Teilnehmer*innen am Stadtrand mit einem „Platzverweis“ für ganz Remagen ausgesetzt.]

    Also gilt auch dieses Jahr: Wachsam sein, bunte Kleidung anziehen, Bezugsgruppen bilden [und Namen wechseln] und danach Gedächtnisprotokoll schreiben und bei Stress sich bei der Roten Hilfe melden.

    Spezial How to Demo Remagen.

    Am Tag selbst stehen an jeder Straßenecke in Remagen Zivibullen rum oder fahren mit Fahrrädern durch die Stadt. (meist über 100!)
    Wer etwas aufmerksamer ist , erkennt schnell die Schleusen in der Polizeiabsperrung durch die die Zivis die Bereiche wechseln. Einige beherzte Zivis versuchen aufmerksame Antifas mit Nazi-Atitüden zu unüberlegten Handlungen zu provozieren. Auch da: entspannt bleiben. Bei Zweifel einfach einen vermuteten Zivi ansprechen: „Sind Sie Polizist?“ Eigentlich dürfen die Zivibullen nicht lügen.

    Die Vergangenheit hat gezeigt das die Bullen jede Ansammlung von mehr als zwei Personen mit schwarzer Jacke, als den „ANTIFA SCHWARZEN BLOCK“ sehen und direkt intervenieren. Also liebe Großstadtantifas. Wir empfehlen euch, kommt bunt nach Remagen. Mit bunt meinen wir all die Farben außer schwarz , die schwarze Regenjacke kann bei Wetter- und Stimmungschwankungen immer noch angezogen werden.

    Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Bewegen in Großgruppen deutlich sicherer ist! Gruppen von 5-6 Menschen mit schwarzen Klamotten werden regelmäßig von den Bullen gefilzt und schikaniert. Dabei geht es meistens um Vermummung, was ziemlich lächerlich ist, wenn die Bullen gewaltätige Nazifotographen wie Marc Michels direkt an die Gegenproteste lassen. Bitte kleidet euch also Jahreszeiten-gerecht: Gutes Schuhwerk, Schal, Mütze, Handschuhe und Wechselklamotten.

    Remagen ist, ääh, nennen wir es übersichtlich und mit erfahrungsgemäß 600-1000 eingesetzten Bullen mehr als verstopft. Es gibt nur einen Bahnhof und wenig Parkplätze. Deswegen empfehlen wir von der Antifa Remagen euch, reist mit den organisierten Zugtreffpunkten an und später auch wieder ab.


    Wir freuen uns zusammen mit euch den Nazis den Tag zu vermiesen!
    Kommt zahlreich, es lohnt sich trotzdem!“

    Rote Hilfe

    http://1610.blogsport.de/images/Wastunwennsbrennt.pdf

    Zusammen mehr erreichen!

    http://1610.blogsport.de/images/bezugsgruppenreader.pdf
    http://1610.blogsport.de/images/bezugsgruppenreader_2.pdf
    http://organize.blogsport.eu/2012/01/01/input-was-tun-wenns-brennt/

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    http://remagen.blogsport.de/2017/11/16/how-to-demo-in-remagen-3/feed/
    Anfahrt Remagen 2017 http://remagen.blogsport.de/2017/11/12/anfahrt-remagen-2017/ http://remagen.blogsport.de/2017/11/12/anfahrt-remagen-2017/#comments Sun, 12 Nov 2017 08:37:10 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2017/11/12/anfahrt-remagen-2017/ Aus einigen Städten und Regionen werden gemeinsame Anfahrten organisiert. Bitte benutzt die gemeinsame organisierte An- und Abreise. Es geht um eure Sicherheit. Die Zugfahrten sind so geplant, dass alle etwa gleichzeitig und rechtzeitig in Remagen ankommen.

    Organisierte Treffpunkte:

    Aachen: 8:00 Uhr, Autonomes Zentrum (AZ)
    Bochum: 7:40 Uhr, Buddenbergplatz
    Bonn: 9:40 Uhr, HBF Gleis 1
    Koblenz: 9:15 Uhr, HBF vor dem Haupteingang
    Köln: 9:15 Uhr, HBF Vorhalle, vor dem Douglas
    Mainz: 7:45 Uhr, HBF Haupteingang

    Für die Regionen, aus denen keine Treffpunkte organisiert werden, gibt es eine empfohlene Zuganreise unter dem Punkt Anfahrt

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    http://remagen.blogsport.de/2017/11/12/anfahrt-remagen-2017/feed/
    Tanzdemo: Opfermythos Remagen zerstören – Rheinwiesen wieder positiv besetzen! http://remagen.blogsport.de/2017/10/23/tanzdemo-opfermythos-remagen-zerstoeren-rheinwiesen-wieder-positiv-besetzen/ http://remagen.blogsport.de/2017/10/23/tanzdemo-opfermythos-remagen-zerstoeren-rheinwiesen-wieder-positiv-besetzen/#comments Mon, 23 Oct 2017 09:22:26 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2017/10/23/tanzdemo-opfermythos-remagen-zerstoeren-rheinwiesen-wieder-positiv-besetzen/ Am 18. November wollen sich – zum neunten Mal in Folge – Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik in Remagen versammeln, um ihre besonders deutsche Variante der Geschichtsverklärung auf die Straße zu tragen. Das Bündnis „NS-Verherrlichung Stoppen!“ ruft dazu auf, nach Remagen zu kommen und den Faschist*innen einen kreativen und vielfältigen Protest entgegenzusetzen.

    Wie jedes Jahr soll anhand der „Rheinwiesenlager“ der deutsche Opfermythos am Leben erhalten werden, während man Nationalsozialismus, Shoah und andere Verbrechen der Deutschen ausklammert, glorifiziert oder leugnet. Ähnlich wie bei der Bombardierung Dresdens wird von einem „Alliierten Kriegsverbrechen“ gesprochen und dabei die Schuld Deutschlands an Krieg und Holocaust relativiert.
    Bis heute ist der Aufmarsch in Remagen ein wichtiges Datum für die Speerspitze der Neonaziszene in Deutschland: Alle zentralen Figuren des Aufmarsches sind seit Jahren militant aktiv und in rechtsterroristischen Kreisen bestens vernetzt. Gerade nach dem Scheitern des Prozess gegen die Organisatoren des 2012 verbotenen „Aktionsbüro (AB) Mittelrhein“, ist diese Szene wieder gestärkt. Gleichzeitig bemüht sich die AfD, die Wehrmacht von ihren Verbrechen freizusprechen, die Soldaten NS-Deutschlands zu Helden zu stilisieren und einen Wechsel in der „dämlichen Bewältigungspolitik“ einzufordern, womit sie die geschichtsrevisionistische Position der aufmarschierenden Nazis wieder mehrheitsfähig macht.

    Aber während die Faschist*innen um ihre vermeintlichen Opfer trauern, feiern wir dieses Jahr – in einer etwas anderen Form – das mit der Besatzung der Rheinwiesen verbundene Ende ihres Vernichtungsfeldzugs und machen ihren Trauermarsch somit zur Farce.

    Denn gerade jetzt, wo den deutsch-autoritären Sehnsüchten wieder nachgekommen wird und der rechte Rand die Parlamente zurückerobert, ist es umso notwendiger zu zeigen, dass dem geschichtsverklärenden Gedankengut keine Bühne geboten werden darf!

    Kommt am 18. November mit uns in Remagen auf die Straße, um den Neonazis ihre Grenzen aufzuzeigen!

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    Remagen 2017 terminiert http://remagen.blogsport.de/2017/09/28/remagen-2017-terminiert/ http://remagen.blogsport.de/2017/09/28/remagen-2017-terminiert/#comments Thu, 28 Sep 2017 09:33:32 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2017/09/28/remagen-2017-terminiert/ Auch dieses Jahr kommen wieder Rechtsterrorist*innen zum jährlichen Aufmarsch nach Remagen – das Datum ist der 18. November.

    Tag vormerken! Bereit machen!
    Den Nazis entgegentreten!

    Wir sind in der Vorbereitung, genaue Infos folgen bald.
    Schon jetzt ruft das Bündnis Remagen Nazifrei [FB] zu einem Stadtrundgang durch Remagen auf, um sich auf eine Spurensuche zu folgenden Themen zu machen: jüdisches Leben in Remagen, Remagen unterm Hakenkreuz, ein antifaschistischer Widerstandskämpfer aus Remagen, Neonazis in Remagen, Betroffene von Neonazigewalt und der lange Kampf um Anerkennung. Start ist am 18.11 um 10:00 Uhr am Bahnhofsvorplatz

    Bereits am 13. November findet eine Veranstaltung mit der Journalistin Heike Kleffner statt: Der Mord an Dieter Klaus Klein + der lange Kampf um Anerkennung

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    Kritik & Stellungnahme http://remagen.blogsport.de/2016/11/15/kritik-stellungnahme/ http://remagen.blogsport.de/2016/11/15/kritik-stellungnahme/#comments Tue, 15 Nov 2016 17:27:24 +0000 remagen Allgemein http://remagen.blogsport.de/2016/11/15/kritik-stellungnahme/ Trotz des eigentlichen positiven Gefühls, bleibt bei uns als Bündnis auch dieses Jahr leider wieder ein bitterer Nachgeschmack zurück, weshalb wir uns gezwungen sahen, dazu kurz Stellung zu nehmen und unseren Kurzbericht entsprechend zu ergänzen:

    Kritik & Stellungnahme

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